Aus aller Welt

    Geschenke für Otto von Bismarck

     

    Bismarck wurde an seinen Geburtstagen nicht nur von seiner Familie bedacht, auch seine Bewunderer sandten ihm kleine und größere Geschenke, zum Essen und Trinken ebenso wie zur Verschönerung des Heimes. Einige Objekte dürften von den Absendern auch gleich als Museumsexponat vorgesehen gewesen sein.

    Geschenk Mitrailleuse Bismarck 1872Die Mitrailleuse „Le Grand Malus“ („der große Ansturm“ oder „der große Schaden“) ist ein Vorläufer des Maschinengewehrs. Dieses Schnellfeuergeschütz wurde 1865 in Lyon hergestellt und ist ein Beutestück aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Kaiser Wilhelm I. schenkte es 1872 seinem Reichskanzler Otto von Bismarck. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Frankfurter Friedensfeder BismarckMit dieser Feder unterzeichnete Otto von Bismarck am 10. Mai 1871 den Friedensvertrag mit Frankreich. Er hatte sie Ende Oktober 1870 vom Pforzheimer Juwelier Bissinger geschenkt bekommen. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Michael Zapf)

    Geschenk Chinesischer Elfenbeinzahn Bismarck 1885Die chinesische Kaiserin Cixi schenkte Otto von Bismarck zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1885 diesen mit Schnitzereien reich verzierten Elefantenzahn, der auf einer Halterung aus Ebenholz ruht. Gefertigt wurde dieses Einzelstück im Stil der traditionellen Elfenbeinschnitzerei in der südchinesischen Provinz Guangdong. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung)

    Luther Codex 1530Titelblatt und Faksimile aus: „Der neuaufgefundene Luther-Codex vom Jahre 1530. Eine von dem grossen Reformator eigenhändig benutzte und ihm von dem Kursächsischen Kapellmeister Johann Walther verehrte handschriftliche Sammlung geistlicher Lieder und Tonsätze“, erstmals 1871 in Dresden erschienen. Diese Ausgabe erhielt Otto von Bismarck 1883 zum 68. Geburtstag von dem Schneider Carl Nürnberger. Der Einband ist aus Holz gefertigt. Dieses stamme aus Eichenstämmen, so Nürnberger in einem Begleitschreiben, auf denen die erste Rheinbrücke zu Zeiten Karls des Großen gestanden habe. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung)

    Geschenk Koenigin Victoria von EnglandIm Jahr 1889 schenkte Königin Victoria Otto von Bismarck dieses Porträt. Die Zuwendung folgte auf ihre Begegnung im Jahr zuvor bei der Beerdigung von Kaiser Friedrich III., dem Schwiegersohn der Queen – obwohl ihre nun verwitwete Tochter Victoria dem Reichskanzler mit tiefer Abneigung gegenüberstand. Die erste Begegnung von Queen Victoria und Otto von Bismarck hatte im Sommer 1855 in Paris stattgefunden. – Königin Victoria von England und Irland, Gemälde von Henry Macbeth-Raeburn nach einem Bildnis von Heinrich von Angeli, 1889 (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Geschenk Haarlocke von Karl Ludwig SandEinst gehörte diese Haarlocke zum Schopf des Studenten Karl Ludwig Sand. Am 23. März 1819 ermordete er den Dramatiker und Generalkonsul im Dienst des Zarenreichs August von Kotzebue, weil er ihn als Feind der akademischen Freiheit und deutschen Einheit ansah. Seine Haarlocke gelangte – soweit bekannt ist – während seines Gefängnisaufenthaltes in den Besitz einer Arzttochter. Nach seiner Hinrichtung am 20. Mai 1820 wurde sie auf Umwegen später an Otto von Bismarck weiterverschenkt. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Geschenk der Deutschen San Franciscos BismarckDeutsche Auswanderer, die sich in Kalifornien niedergelassen hatten, schenkten Otto von Bismarck zum 80. Geburtstag 27 großformatige Fotografien aus ihrer neuen Heimat. Sie wurden in der dicken Scheibe eines Baumstamms über den Atlantik nach Friedrichsruh geschickt. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Geschenk Meissner Porzellan Bismarck MuseumDiese Schale wurde um das Jahr 1895 aus Meißner Porzellan hergestellt. Sie war vermutlich ein Geschenk zum 80. Geburtstag Bismarcks. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Geschenk Indisches Schachspiel BismarckDas Schachspiel war ein Geschenk des Kaufmanns William Schönlank, einem einflussreichen Sammler und Kunstmäzen, zum 70. Geburtstag Bismarcks. Schönlank hatte das kunstvolle Objekt in Indien erworben, wo er eine Verkaufsausstellung in Kalkutta besucht hatte. Das Spielbrett besteht aus Sandelholz mit Schnitzereien, Elfenbein und einem Metallband-Zierrat. Die Figuren aus Elfenbein wurden in Lucknow (Lakhnau) hergestellt. Die Parteien, Hindus gegen Moslems, unterscheiden sich durch ihre Turbane und Bärte.

    Schlachtschiff Bismarck aIm Rahmen des deutschen Schlachtflottenbaus wurde auch der Panzerkreuzer „Fürst Bismarck“ bei der Schiff- und Maschinenbau-AG Germania in Kiel gebaut. Am Tag seines Stapellaufs am 25. September 1897 wurde Bismarck dessen Modell samt Vitrine überreicht – offizieller Einsender war Prinz Heinrich von Preußen, der marineaffinste Hohenzollernprinz. Bismarck selbst nahm an der Schiffstaufe nicht teil, sondern ließ sich durch seine Schwiegertochter Sibylle vertreten. (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)

    Geschenk Bismarcks DoppelkuerassKaiser Wilhelm II. schenkte Otto von Bismarck zu seinem 80. Geburtstag am 1. April 1895 diesen Doppelkürass. Der Metallkorpus ist außen versilbert, die Nieten und Schuppenketten sind vergoldet, das Innenfutter besteht aus gesteppter Seide. Bismarck ließ auf der linken Seite das Eiserne Kreuz I. Klasse anbringen, das er 1870 von Wilhelm I. als Weihnachtsgeschenk erhalten hatte.

    Amboss mit 7 Werkzeugen Geschenk BismarckIn zahlreichen historischen Darstellungen wurde Otto von Bismarck als „Schmied des Deutschen Kaiserreichs“ gefeiert. Die Bergische Schmiede in Remscheid nahm diese Metapher wörtlich und schenkte dem ersten Reichskanzler zum 80. Geburtstag am 1. April 1895 diesen üppig ausgeschmückten Amboss. Die eingelassene Aufschrift „Nord“ und „Süd“ soll für die Einheit des Reiches stehen. – Amboss mit sieben Werkzeugen, hergestellt von Hans Freidel, 1895 (© Otto-von-Bismarck-Stiftung / Fotograf: Jürgen Hollweg)